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MichiK
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Betreff des Beitrags: USA: Weltpolizei wider Willen Verfasst: 10.07.2010, 16:50 |
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| Gefreiter |
Registriert: 09.07.2010, 15:17 Beiträge: 32
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Moin! Erstmal möchte ich ein fröhliches Hallo in die Runde werfen. Ich lese hier schon länger passiv mit, habe mich dann aber doch mal entschlossen, mich anzumelden. Nachdem ich vor kurzem festgestellt habe, dass HOI3 auf meiner Mühle anständig läuft (hätte ich nicht mit gerechnet...), bin ich infiziert und kann die Finger davon nicht mehr lassen. Allerdings juckt es mich jetzt nicht sonderlich, "einfach so" zu spielen, sondern ich will auch eine Geschichte um das Spiel stricken. Die bringt wiederum nichts, wenn man sie nicht erzählt, also muss wohl ein AAR draus werden. Ausgesucht habe ich mir die USA, da ich nicht den 37. Deutschland-AAR anfangen wollte und es bisher nicht soviel von denen hier zu geben scheint. In HOI2 war das Spiel mit den USA ja mehr oder weniger ein Selbstläufer, aber nun verspricht es durch die doch arg begrenzte Manpower interessanter zu werden und es wird vermutlich schwieriger, etwas zu reißen. Mal sehen, was dabei rumkommt. Da die ersten Jahre bis zum Krieg als USA ja doch etwas lang sind, ich aber für die maximale Flexibilität trotzdem 1936 anfangen wollte, wird es im ersten Teil im wesentlichen um eine Geschichte gehen, Screenshots sind eher selten. Stattdessen erzähle ich, was mir in den Sinn kam, als ich vor dem Spiel saß und der Zeit beim Dahintröpfeln zusah. Um der Geschichte ansatzweise historische Tiefe zu geben, werde ich kein perfektes Spiel versuchen, sondern auch durchaus nicht optimale Entscheidungen treffen, um die Sache interessanter zu machen. Die Geschichte wird auch der Grund sein, warum ich bewusst manche Dinge der KI überlasse. (Der reale Grund ist natürlich, dass ich für manches einfach keine Geduld aufbringe...) Der Schwierigkeitsgrad wird normal sein (eigentlich wollte ich ja schwer, aber ich hab's dann beim Spielstart verpennt), zum Einsatz kommt Semper Fi ohne irgendwelche Patches oder Mods. Mal sehen, wohin das führt... Jetzt hätte ich gerne ein wenig Zuspruch, ob ich denn weitermachen soll.  MichiK
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Wilhelm Klink
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Betreff des Beitrags: Re: USA: Weltpolizei wider Willen Verfasst: 10.07.2010, 17:07 |
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| Generalleutnant Fähigkeit 2 |
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Registriert: 19.05.2007, 22:58 Beiträge: 873
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Mach nur weiter, bzw. fang an^^ Aber davon hier: MichiK hat geschrieben: wird es im ersten Teil im wesentlichen um eine Geschichte gehen, Screenshots sind eher selten. würde ich abraten. Ich kann zwar nur für mich sprechen, aber Screenshots, Bilder, Grafiken und Tabellen animieren mich viel mehr zum Lesen eines AARs als ein großer Textabsatz. Das erweckt nämlich einen trockenen Text zum Leben 
_________________ "Hör dir das an, das ist mein Magen." - "Ich rieche es bereits."
Weltkriegs-Spaß-AAR mit Forschungscharakter (1914-1922) Pomp and Circumstance - Großbritannien AAR (1736- )
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MichiK
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Betreff des Beitrags: Re: USA: Weltpolizei wider Willen Verfasst: 10.07.2010, 17:23 |
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| Gefreiter |
Registriert: 09.07.2010, 15:17 Beiträge: 32
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Wilhelm Klink hat geschrieben: Ich kann zwar nur für mich sprechen, aber Screenshots, Bilder, Grafiken und Tabellen animieren mich viel mehr zum Lesen eines AARs als ein großer Textabsatz. Das erweckt nämlich einen trockenen Text zum Leben  Das geht sicherlich allen so, mich eingeschlossen. Ich habe bloß mit Erschrecken festgestellt, dass ich mittlerweile schon Ende 1936 angekommen bin und erst sieben oder acht Screenshots gesammelt habe. Es passiert einfach noch nichts interessantes und ich will nicht jede Meldung à la "United Kingdom stopped influencing us." mit einem Bild dokumentieren. Aber keine Sorge, es wird Tabellen, Grafiken usw. geben. 
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Wilhelm Klink
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Betreff des Beitrags: Re: USA: Weltpolizei wider Willen Verfasst: 10.07.2010, 17:32 |
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| Generalleutnant Fähigkeit 2 |
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Registriert: 19.05.2007, 22:58 Beiträge: 873
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-Toni82-
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Betreff des Beitrags: Re: USA: Weltpolizei wider Willen Verfasst: 10.07.2010, 18:30 |
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| Generalleutnant |
Registriert: 02.03.2010, 15:56 Beiträge: 308
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Ja logo! Ich hab so nebenbei auch noch ein Amerikaspiel laufen, ist echt nicht soo einfach mit der begrenzen MP. Vor allem wegen der demokratischen Beschränkungen. Ich lese gern mit 
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dt. Infanterist
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Betreff des Beitrags: Re: USA: Weltpolizei wider Willen Verfasst: 10.07.2010, 18:47 |
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| Generalmajor Fähigkeit 3 |
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Registriert: 24.01.2009, 10:48 Beiträge: 113 Wohnort: München
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Schreib soviel oder sowenig mit soviel oder sowenig Bildern und Screenshots wie es DIR Spass macht! Egal wie man schreibt, dem einen gefällt es, dem anderen nicht! Man kann es nie allen recht machen... äh recht schreiben! Hauptsache du hast Freude weiter zu schreiben und zu spielen! Ich wünsche dir viel Spass und lasse mich gerne überraschen!
Glück ab!
dt. Infanterist
_________________ "Wer kämpft, kann verlieren.... ...wer nicht kämpft, hat schon verloren!"
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MichiK
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Betreff des Beitrags: Re: USA: Weltpolizei wider Willen Verfasst: 11.07.2010, 00:02 |
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| Gefreiter |
Registriert: 09.07.2010, 15:17 Beiträge: 32
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PrologNovember 1935, nahe West Point, New York, USARandall R. Johnson ging nachdenklich im Kaminzimmer seines Hauses auf und ab und grübelte, was das wohl zu bedeuten hatte. Er hatte vor kurzem einen Brief von Jacob Miller erhalten, der ihn bat, nach Washington zu kommen, denn er hätte es endlich geschafft, den Präsidenten zu überzeugen. Randall war sich nicht ganz sicher, worum es gehen mochte, aber es musste mit dem Militär zu tun haben. Jacob und er hatten gemeinsam als Mitglieder der American Expeditionary Force im Weltkrieg auf den Schlachtfeldern Europas gekämpft und so geholfen, die lodernden Flammen des Krieges in Europa zu löschen. Beide waren überzeugt, dass dies nötig und sinnvoll war, stammten sie doch beide aus Einwandererfamilien, ihre Eltern waren erst wenige Jahre vor dem Krieg in die Vereinigten Staaten ausgewandert. Somit hielfen sie auch ihren eigenen, im alten Europa gebliebenen Familien beim Kampf gegen die Deutschen. Nach dem Krieg blieb Randall beim Militär, stieg bis zum Major General auf und hatte es bis zum stellvertretenden Leiter der Militärakademie von West Point gebracht. Hier hatte er sich einen Namen gemacht mit wegweisenden Studien zur Kriegsführung - insbesondere was die neue Waffe betraf, die "Tanks", wie sie damals noch genannt wurden, die er auf den Schlachtfeldern Europas mit eigenen Augen sehen durfte. Jacob hingegen war aus dem Militär ausgetreten und hatte sich der Politik zugewandt. Sein Bruder hatte in die Familie des Präsidenten hineingeheiratet und er war mittlerweile ein hohes Mitglied im Beraterstab des Präsidenten, welcher sich regelmäßÃg auf seinen Rat verließ. Randall und Jacob waren, im Gegensatz zu vielen ihrer Zeitgenossen der Meinung, ein neuer Krieg würde sich am Horizont abzeichnen und eine weitere Intervention könnte nötig werden. Der Völkerbund, nach dem Weltkrieg geschaffen, um neue große Kriege zu vermeiden, war ein zahnloser Papiertiger - mangels Beteiligung zum Scheitern verurteilt. Die neu geschaffene Demokratie in Deutschland hatte sich in weniger als 20 Jahren in Wohlgefallen aufgelöst. Nun stand an Deutschlands Spitze nicht mehr nur eine kriegslüsterne Heeresleitung, nein, ein wahnsinniger Diktator war es. Dass Deutschland sich für den Versailler Vertrag lieber heute als morgen an der Entente rächen wollte, war ein offenes Geheimnis und auch die mehr oder weniger geheim betriebene Wiederaufrüstung der Deutschen machte vielen in der Welt sorgen - nicht jedoch den Verantwortlichen in Großbritannien und den USA. Die Briten und Franzosen betrieben ihre Appeasement-Politik und Hitlers Salamitaktik ging auf: Eine Forderung hier, eine Forderung da und irgendwann hatte er alles, was er wollte - doch wie lange noch? Was wenn er anfing, Dinge zu fordern, die man ihm nicht zugestehen konnte? Dann würde es Krieg geben! Das wollte man allerdings auch in der amerikanischen Politik nicht sehen - oder man sah es, ignorierte es jedoch. Europa war schließlich weit weg und wenn die dort drüben unbedingt Krieg führen wollten, na gut, sollten sie es halt tun. Aber sie sollten sich bloß nicht darauf verlassen, dass die Feuerwehr von der anderen Seite des Atlantik schon wieder ihren Brand löscht! So redeten vor allem diejenigen, deren Familien seit mehreren hundert Jahren in den USA lebten und deren Vorfahren im Unabhängigkeitskrieg gekämpft hatten. 20. Dezember 1935, Weißes Haus, Washington D.C.Am frühen Nachmittag war Randall R. Johnson in Washington eingetroffen, von einer Limousine am Bahnhof abgeholt und direkt zum Weißen Haus gebracht worden. Dort traf er sich mit Jacob und dieser berichtete ihm von den neuesten politischen Entwicklungen. Schließlich weihte er ihn auch in das ein, was im Brief nur andeutungsweise zur Sprache kam: "Ich habe deinen Namen gegenüber den Präsidenten schon öfter erwähnt und er scheint recht beeindruckt zu sein von deinen Studien und Schriften. Wie du sicher weißt, hat er selbst auch einige Zeit seiner Jugend in Europa, auch in Deutschland verbracht. Er teilt unsere Meinung, was die Kriegsgefahr angeht und hält die isolationistische Position, die derzeit bei uns die öffentliche Meinung bestimmt, für falsch. Er möchte das ändern und deshalb will er dich persönlich kennen lernen!" Die beiden waren während ihres Gesprächs dem Oval Office immer näher gekommen und standen nun vor der Tür zum Büro des Präsidenten, die sich auch kurz darauf öffnete. Ein Hausdiener bat sie herein und bot ihnen einen Drink an. Anschließend verschwand er und versprach, der Präsident würde jeden Augenblick da sein. Dieser betrat kurz darauf den Raum, gefolgt von einer Entourage von Mitarbeitern, begrüßte Jacob freundschaftlich und gab Randall die Hand. "Schön, Sie auch mal persönlich kennen zu lernen General Johnson. Ich habe einige Ihrer Bücher gelesen - sehr beeindruckend! Ich muss Ihnen sicherlich nicht noch einmal erklären, dass wir im Grunde der selben Meinung sind. In Europa stehen dunkle Wolken am Horizont, nur ein Narr kann das ignorieren. Ich bin auch bereit, dort bei sich bietender Gelegenheit zu intervenieren, falls dies nötig werden sollte, aber leider kann ich das nicht offen zugeben. Das wäre glatter politischer Selbstmord..." Der Präsident seufzte. "Sir, Mr. President," meinte Randall, "es ehrt mich, dass meine Thesen selbst an höchster Stelle wahrgenommen und akzeptiert werden. Bei uns an der Akademie stehe ich allerdings auf verlorenem Posten: Mein Vorgesetzter ist ein Kavallerist der alten Schule, der hat leider nicht mitbekommen, dass die Zeiten, in denen berittene Soldaten Indianer zusammenschießen längst vorbei sind. Von moderner Kriegsführung, insbesondere von Panzern will der nichts wissen. Insofern freut es mich, dass Sie meine Meinung teilen, aber ich sehe nicht, wie ausgerechnet ich Ihnen helfen kann. Ich habe schließlich keinerlei Einfluss außerhalb der Akademie." "Nun, Mr. Miller hier hat mir bisher nur gutes über Sie erzählt. Ich stehe vor einem Dilemma: Ich würde mit unserer isolationistischen Haltung gerne brechen, aber ich stehe auch in der Regierung auf verlorenem Posten. Insbesondere Vizepräsident Garner ist da besonders hartnäckig. Er findet, wenn die Europäer sich an die Gurgel gehen möchten, sollten sie es ruhig tun, Europa wäre weit weg, was würde uns das schon angehen? Allerdings ist dieser Mann sehr einflussreich und ich verdanke ihm viel - letztendlich wäre ich ohne seine Hilfe niemals Präsident geworden. Den Mann kann ich jetzt nicht vor den Kopf stoßen. Ich muss also einen Weg finden, die öffentliche Meinung - und damit unsere Politik - behutsam zu ändern und vor allem unser Militär auf den Fall einer Intervention vorzubereiten. Wie Sie sicher wissen haben wir derzeit nur zwei aktive Divisionen und eine schlecht ausgebildete Nationalgarde - damit ist heute kein Blumentopf mehr zu gewinnen." Der Präsident holte tief Luft. "Hier kommen nun Sie ins Spiel: Sie werden als Sonderberater in meinen Stab hier in Washington aufgenommen. Offiziell sind Sie mein Berater für Militär- und Europafragen. Ich möchte Sie allerdings aus der Politik heraushalten, damit insbesondere der Vizepräsident und die Minister nicht mitbekommen, was Sie wirklich tun. Sie behalten daher die Uniform an und werden ins Kriegsministerium in das Büro des Generalstabs versetzt. Dort arbeiten Sie an einer Heeres- und Marinereform und berichten ausschließlich mir persönlich. Ich werde eine Anweisung an alle Dienststellen und Ministerien herausgeben, dass man Ihnen alle Informationen zur Verfügung stellt, die Sie benötigen." Randall war baff. Er hatte ja mit vielem gerechnet, aber damit nun ganz sicher nicht. Eigentlich war er ja ganz froh über seinen Dienstposten, aber es tat schon ein wenig weh zu sehen, wie die Welt auf einen neuen Krieg zusteuerte, während die Politik sich nur nach innen kehrte. Nun hatte er plötzlich die Gelegenheit, etwas zu bewirken. Was konnte er tun? Sollte er zusagen? "Ich merke schon, damit haben Sie nicht gerechnet," fuhr der Präsident fort. "Konnten Sie auch nicht. Nehmen Sie sich über die Feiertage Zeit, denken Sie darüber nach - mein Angebot steht. Auch wenn Sie ablehnen, dürfen Sie mir jederzeit gerne mitteilen, wenn Sie irgendwo im Militär Verbesserungsbedarf sehen." Randall sprang sofort auf den Zug auf: "Na wenn das so ist: Ich habe nie verstanden, warum das Kommando für die Verteidigung des westlichen Teil des Kontinents auch für unsere Pazifikinseln zuständig ist. Das sind völlig unterschiedliche Anforderungen: Auf dem Kontinent braucht man Truppen, vielleicht einige Patrouillen- und Küstenschutzboote, draußen im Pazifik hingegen größere Marineeinheiten mit hoher Reichweite, Transportkapazität usw. und vor allem: Der einzig sinnvolle Ort für solch ein Kommando wäre Hawaii und das wäre nun wirklich der beste Posten, den ich mir vorstellen könnte, ein echter Traumj-" Der Präsident fiel ihm ins Wort. "Jaja, wir verstehen uns schon." Er blickte fragend einen hohen Soldaten aus dem Kriegsministerium an, der als Teil seiner Entourage den Raum betreten hatte. Da dieser keine Einwände erhob, sondern nur zustimmend grinste, versprach er, entsprechende Anweisungen auf den Weg zu bringen. Dann verabschiedete er sich von Randall und dieser versprach, sich nach den Feiertagen wieder zu melden. Anschließend wurde er von einer Limousine zu einem Hotel gebracht, am nächsten Morgen auch wieder dort abgeholt und fuhr über die Feiertage in den wohlverdienten Urlaub. 
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MichiK
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Betreff des Beitrags: Re: USA: Weltpolizei wider Willen Verfasst: 11.07.2010, 03:49 |
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| Gefreiter |
Registriert: 09.07.2010, 15:17 Beiträge: 32
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1936Schon in der Zeit zwischen den Jahren hatte Randall R. Johnson sich entschienen: Er würde den Job annehmen. Er wusste zwar nicht genau, was auf ihn zukam, aber die Chance, nicht nur Bücher zu schreiben und Offiziere auszubilden, sondern wirklich etwas zu verändern in der Welt, lockte ihn. Er telefonierte mit dem Büro des Präsidenten und man vereinbarte, dass er direkt am 3. Januar nach Washington kommen sollte. Dort würde man ihn dann in die Arbeit einführen. Für einen Schreibtisch und eine Dienstwohnung war bereits gesorgt worden. Bei dieser guten und schnellen Planung fragte er sich ja, ob der Präsident von vorneherein von seiner Zusage ausgegangen war... 3. Januar, Kriegsministerium, Washington D.C.Randall war nach seiner Ankunft am Vormittag von einem Fahrer am Bahnhof abgeholt und direkt zum Kriegsministerium gebracht worden. Dort traf er sich mit einem Beamten aus der Verwaltung, der ihn in die internen Vorgänge der Bürokratie einwies und ihm sein Büro zeigte. Das war ein recht kleiner, schmuckloser Raum, funktional eingerichtet, aber dennoch auf eine gewisse Weise gemütlich. Neben einem Schreibtisch befanden sich darin mehrere Aktenschränke und eine bequeme Sitzecke mit zwei Sesseln für weniger formale Gespräche. Auch wurde ihm sein Assistent vorgestellt, ein gewisser Captain Davis, der zackig salutierte und im Büro direkt nebenan untergebracht war. Er sollte der Verbindungsmann zum Präsidenten sein und sich um die Abgründe der Bürokratie kümmern. Kaffee kochen konnte er angeblich auch ganz gut. Randall bezweifelte, dass telefonieren und Akten herumschleppen die einzigen Qualifikationen dieses Mannes waren, trug er doch das Ärmelabzeichen einer Einheit, die nur auf dem Papier existierte. Was sein wahrer Auftrag aus dem Militärgeheimdienst war, würde wohl nicht so schnell herauszufinden sein. Randall vermutete, dass er eine Art Leibwächter sein musste. Kaum war der Verwaltungsbeamte verschwunden und überließ Randall seinem Schicksal, stand auch schon ein anderer Bürokrat vor der Tür, diesmal aus der Forschungsabteilung. Seinen Namen hatte Randall binnen Sekunden vergessen. Der Mann redete wie ein Wasserfall und wollte Randalls Rat. In Kürze wurde eine neue Runde an Forschungsaufträgen erteilt und man war sich nicht ganz sicher, wo die Schwerpunkte liegen sollten. Randall bat ihn um eine kurze, prägnante Auflistung der potentiellen Projekte und versprach, sich dann schnell mit einer Einschätzung zu melden. Kurz darauf klingelte das Telefon auf seinem Schreibtisch: Ein Mann aus dem Außenministerium war dran und wollte wissen, ob man ein Handelsangebot Japans annehmen solle. "Hören Sie," war Randalls Reaktion, "ich verstehe wenig von internationalen Handelsgeschäften. Ich weiß nicht, wie der Präsident Ihnen gegenüber meine Aufgaben definiert hat, aber Handel gehört sicher nicht dazu. Tun Sie, was Sie für richtig halten, in Ordnung?" Mit diesen Worten beendete er kopfschüttelnd das Gespräch, wandte sich Captain Davis zu und bat diesen, ihm eine detaillierte Liste aller Streitkräfte zu besorgen: "Wir haben den Krieg an der Akademie ja eher theoretisch behandelt und imaginäre Armeen herumgeschoben. Jetzt möchte ich mal wissen, auf welchem Stand wir sind. Wieviele Männer haben wir unter Waffen? Wie groß sind unsere Reserven? Was ist mit Ausrüstung, Verfügbarkeit, Standorten der Einheiten usw.? Können Sie mir das beschaffen?" Captain Davis nickte und verschwand. 6. Januar, Kriegsministerium, Washington D.C.Nach einem entspannten Wochenende kam Randall am Montag Morgen wieder in sein Büro und fand auf seinem Schreibtisch eine dicke Akte aus der Forschungs- und Entwicklungsabteilung vor. Es handelte sich um eine detaillierte Aufstellung laufender Forschungsvorhaben, den aktuellen Stand bei diversen technischen Errungenschaften und eine Zusammenfassung der neuesten Erkenntnisse im strategischen/taktischen Bereich. Auch eine Liste der aktuell vorliegenden Anträge auf Forschungsgelder fehlte nicht. Randall verschaffte sich einen kurzen Überblick über die Lage. Die Forschungen im zivilen Bereich sowie bei Marine und Luftstreitkräften waren in letzter Zeit gut vorangekommen und man war international in einer führenden Position. Die Erfahrungen aus dem Weltkrieg was den Kampf auf dem Land anging hatte man allerdings noch nicht verarbeitet und weiterentwickelt. Ausrüstung, Dienstanweisungen und Feldhandbücher waren nach wie vor auf dem Stand von 1918, teilweise noch älter. Über Panzer war noch überhaupt nichts erarbeitet außer einigen Geheimdiensterkenntnissen aus dem europäischen Ausland. Hier musste dringend etwas getan werden! Randall blätterte die Liste der Anträge durch und notierte in einer Liste seine Einschätzung über das Projekt. Letztendlich kam er zum Schluss, dass 58 Projekte finanziert werden sollten, im Einzelnen: - vier Aufträge zur Kavallerie mit dem Ziel, später Kavallerietaktiken auf schnelle, motorisierte Infanterie umzusetzen sowie vier Aufträge zur Infanterie, um die Erkenntnisse aus dem Weltkrieg endlich in die aktuelle Ausrüstung einfließen zu lassen, außerdem Entwicklung ergänzender Ingenieurbrigaden ("Festungsknacker"),
- vier Aufträge zur Grundlagenforschung leichter Panzer, zwei Aufträge zur Entwicklung von schnellen Spähpanzerwagen sowie je zwei Aufträge betreffs der Weiterentwicklung von Artillerie sowie der Entwicklung von panzerbrechenden Geschützen,
- insgesamt acht Folgeaufträge zur Weiterentwicklung leichter Marineeinheiten (Zerstörer, leichte Kreuzer),
- neun Folgeaufträge zur Weiterentwicklung schwerer Marineeinheiten (schwere Kreuzer, Schlachtschiffe, Flugzeugträger),
- drei Aufträge zur Entwicklung von Bomberflugzeugen, ein relativ neues, aber vielversprechendes Feld,
- im industriellen Bereich Steigerung der Forschungs- und Entwicklungseffizienz, Entwicklung von Ausrüstung zur Funkaufklärung sowie verbesserung stationärer Flugabwehrkanonen (auch wenn dies für die USA in ihrer isolierten Lage nicht zwingend notwendig war, aber wer konnte schon abschätzen, welche Reichweiten Bomberflugzeuge in 10 Jahren erreichen würden?),
- zwei Forschungsvorhaben, die sich mit der effizienteren Verteilung von Nachschubgütern befassten,
- ein ganzer Stapel von Vorhaben, die sich mit der Weiterentwicklung der Landkriegsführung befassten.
In der Forschungsabteilung würde man über diese lange Liste sicher nicht begeistert sein, aber Randall fand, man könne auf kaum etwas davon verzichten. Wenn nicht alle Aufträge gleichzeitig erteilt werden konnten, musste die Liste einfach nach und nach abgearbeitet werden. Dies ersparte ihm auch für längere Zeit das Studium der entsprechenden Akten. Er fügte seiner Liste dann noch die Bitte hinzu, ihm monatlich Bericht über die Fortschritte zu erteilen. Anschließend gab er das Schreiben an Captain Davis, damit dieser es mit der Hauspost zur Forschungsabteilung schickte. Nun wollte sich Randall ganz der Umstrukturierung der Armee widmen, doch die angeforderten Statistiken waren noch nicht eingetroffen. Zum Mittagessen war er mit einem gewissen J. Edgar Hoover verabredet, der ihn offenbar dringend sprechen wollte, der Präsident hätte ihn darum gebeten. Der Mann war Leiter des FBI, eigentlich eine Behörde zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität, doch es war ein offenes Geheimnis, dass es sich dabei auch um einen Inlandsgeheimdienst handelte. Es hieß, Hoover habe in seinem Büro einen ganzen Safe voll mit kompromittierendem Material über fast alle führenden Persönlichkeiten des Landes. Dieses würde er auch regelmäßig einsetzen, um an den Stühlen, missliebiger Politiker zu sägen. Beim Essen zeigte sich Hoover wortkarg, doch soviel war klar: Er war auf der Seite des Präsidenten und damit auch auf Randalls Seite. Er versprach, sich darum zu kümmern, dass die Isolationisten im öffentlichen Ansehen sanken und ein Engagement in Europa in naher Zukunft politisch durchsetzbar wäre. Welche Methoden er dafür einsetzen wollte - darüber dachte Randall lieber nicht nach. 18. Januar, Washington D.C.Randall aß gemeinsam mit Jacob zu Mittag und sie debattierten über die neuesten Entwicklungen in der Innenpolitik. Im Außenministerium gab es zur Zeit einigen Wirbel, da der Minister der Meinung war, viele Diplomaten wären zu zögerlich und man müsse einige Führungspositionen neu besetzen. Das passte den Isolationisten überhaupt nicht und sie liefen dagegen Sturm, doch der Präsident stellte sich hinter den Minister und war entschlossen, die Pläne durchzusetzen. Dies war natürlich auch in Jacobs und Randalls Sinne und so stimmten Sie darin überein, dass die Initiative eine gute Sache wäre. Ansonsten arbeitete Randall nach wie vor mit Hochdruck an der Reform der Streitkräfte. Er hatte eine Akte mitgebracht: Die Armee bestand aus neun Korps, neun davon gehörten zur Nationalgarde und waren daher im Frieden nur ein Rumpf aus einigen Führungsoffizieren, ein weiteres war aktiv. Insgesamt gab es fünf aktive Divisionen mit insgesamt 42000 Mann, darunter eine Kavalleriedivision, die allenfalls noch für Repräsentationszwecke und Staatsbesuche eingesetzt wurde. Ferner gab es 14 Garnisonsbrigaden im Pazifik, am Panamakanal und auf Puerto Rico. Die Nationalgarde bestand schließlich aus 18 Divisionen mit 54000 Mann - bei Einberufung der Reservisten wären es 168000 Mann. Insgesamt gab es 12 übergeordnete Kommandostellen (HQs) mit 36000 Offizieren. Bei voller Stärke hatte die Armee somit 280000 Mann zu ihrer Verfügung. Das war zwar eine beeindruckende Zahl, doch für ein Land von der Größe der USA bei weitem nicht ausreichend, wenn es mit internationalen Konflkiten rechnen musste. Die Männer waren zwar gut ausgebildet, doch ihre Ausrüstung war mangehlaft und ihre Führungsstruktur war ineffizient. Hier musste man etwas tun. 19. Februar, Kriegsministerium, Washington D.C.Nach über einem Monat Arbeit hatte Randall die Grundzüge einer neuen Kommandostruktur für die Armee ausgearbeitet. Diese wurden auf einer Sitzung im Kriegsministerium erstmals den Mitgliedern des Generalstabs (die natürlich auch vorher schon informiert waren und beratend zur Seite gestanden hatten), dem Minister sowie dem Präsidenten persönlich vorgestellt:  Die Armee wurde komplett umstrukturiert. Sämtliche Korps sollten aufgelöst und neu gegliedert werden. Dabei sollten auf jedes Korps fünf Divisionen kommen, um die Verwaltung zu verschlanken und effizienter zu machen. Die Nationalgarde bestand nunmehr aus fünf Korps, die Personalstärke sollte sogar noch steigen - aus 24 Divisionen wurden 25. Die zwei aktiven Infanteriedivisionen sollten aufgestockt werden auf fünf, um auch in Friedenszeiten ein vollständiges Infanteriekorps unter Waffen zu haben. Außerdem sollte die Ausrüstung signifikant verbessert werden: Jede Division sollte eine 1000 Mann starke Artilleriebrigade erhalten, was ihren Kampfwert deutlich steigern würde. Falls sich der Panzer allgemein durchsetzen würde, sollten noch Panzerabwehrkanonen hinzukommen, die allerdings noch nicht reif für die Serienproduktion waren. Als mittelfristiges Ziel wurde außerdem vorgesehen, sämtliche Hauptquartiere der Korps auch noch mit drei Kampf- und Unterstützungsbrigaden (2*Infanterie, 1*Artillerie) auszustatten. Jedes Korps verfügte somit effektiv über 6 Divisionen und musste nicht mehr so penibel darauf achten, sein Hauptquartier ständig hinter der Front zu halten, da dies nun eine Kampfeinheit darstellte. Für spätere mobile Kriegsführung war sogar angedacht, die Hauptquartiere auf LKWs oder gar in Panzern einzurichten - Stichwort: "Führung von vorn". Insbesondere aus der Verwaltung des Kriegsministeriums und aus dem Stab des Präsidenten wurde die neue Struktur spektisch betrachtet, hatte sich doch die Zahl der Divisionen und auch die Mannstärke erhöht. Letztendlich überwogen allerdings die Vorteile der schlankeren Führungsstrukturen und auch hartnäckige Isolationisten ließen sich schließlich mit dem Argument überzeugen, falls die weltpolitische Lage sich ändern würde, könnte man schließlich wieder Einheiten auflösen, würde aber durch die neue Struktur und verbesserte Ausrüstung trotzdem mit weniger Männern eine höhere Schlagkraft im Ernstfall erreichen. Noch am selben Tag wurde die Reform von den zuständigen Stellen abgenickt und beschlossen. Eine neue Division für die Nationalgarde sowie drei neue Infanteriedivisionen sollten aufgestellt werden und ein Großauftrag betreffs Artilleriegeschütze wurde an die Industrie erteilt. Randall wandte sich nun zunächst der Marine zu. 28. Februar, Washington D.C.Tagesgespräch in der Hauptstadt: Außenminister Cordell Hull ist überraschend zurückgetreten. Offensichtlich hat er sich mit seinen Umstrukturierungsplänen zu viele Feinde im Ministerium gemacht und wollte nicht mehr weiterarbeiten. An seiner Stelle wurde Arthur Vandenberg vereidigt, der für seine harte, kompromisslose Amtsführung bekannt war. Der würde sicherlich durchgreifen und das Ministerium wieder auf Kurs bringen. 30. März, Weißes Haus, Washington D.C.Kurzfristig war eine Sitzung im Weißen Haus anberaumt worden, zu der auch Randall eingeladen worden war. Es gab beunruhigende Neuigkeiten aus der Welt: Einerseits kapitulierte bereits am 14. März Äthiopien im Krieg gegen Italien. Die Äthiopier hatten sich lange tapfer gegen die Expansionsbestrebungen der Mittelmeermacht gewehrt, doch letztenlich vergeblich. Die Entwicklung wurde allgemein mit Sorge beobachtet. Was würde sich der faschistische Diktator in Rom als Nächstes greifen? Beunruhigender waren allerdings die Nachrichten, die frisch aus der Residentur in Madrid eingetroffen waren: Am 29. März ereignete sich in Spanien ein Militärputsch eines gewissen Generals Franco, der sich gegen die Republik auflehnte und es brach ein offener Bürgerkrieg aus. Ob die Republik zu halten sein würde, war fraglich. Sollte der Putsch erfolgreich sein, wäre Spanien neben Deutschland und Italien die dritte faschistisch regierte größere Macht in Europa. Der Geheimdienst sollte weitere Spione nach Spanien entsenden und die Lage dort beobachten und regelmäßig Bericht erstatten. Auch Deutschland wurde ganz weit oben auf die Liste der Spionageziele gesetzt, ebenso wie Italien. P.S.: Wow, das sind jetzt nur drei Monate und es sieht jetzt schon so eindrucksvoll und viel aus. Aber bitte keine Angst haben, ich bin mit dem Rest des Jahres auch schon so gut wie fertig und da kommt in etwa die selbe Menge Text auf neun Monate.
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MichiK
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Betreff des Beitrags: Re: USA: Weltpolizei wider Willen Verfasst: 11.07.2010, 13:57 |
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| Gefreiter |
Registriert: 09.07.2010, 15:17 Beiträge: 32
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2. Mai, Marinebasis, Norfolk, VirginiaAnlässlich der Indienststellung einer neu gebauten U-Boot-Flotille war Randall zusammen mit Captain Davis und anderen hohen Militärs nach Norfolk gereist. Er hielt ja nicht viel von U-Booten: Sie waren prädestiniert für die Führung eines offensiven Handelskrieges. Ein solcher kam jedoch für die USA in ihrer derzeitigen Position kaum in Frage. Auch im Marineministerium war man dieser Ansicht, doch irgendwer hatte den Bau dennoch durchgesetzt. Bei der Gelegenheit hielt Randall einen Vortrag vor führenden Militärs, bei dem er seine Gedanken zur Struktur der Flotte präsentierte. Sie war sicherlich die modernste und größte Teilstreitkraft des US-Militärs, doch langsam aber sicher wurde sie älter. Viele Schlachtschiffe stammten noch aus der Zeit vor dem Weltkrieg, nur zwei von ihnen waren neuer als 1920. Ähnlich sah es bei den leichten Kreuzern aus. Lediglich die schweren Kreuzer und Flugzeugträger waren etwas moderner. Zwei Flugzeugträger und ein schwerer Kreuzer befanden sich zur Zeit in Bau. Das Durchschnittsalter der Flotte betrug bei den größeren Einheiten 15 Jahre - viele der unzähligen kleineren Schiffe waren deutlich älter. Mittlerweile war die Technik schon deutlich weiter und wenn man international Schritt halten wollte mit Staaten wie dem Vereinigten Königreich oder Japan, musste man handeln. Gemeinsam mit einigen erfahrenen Admirälen hatte Randall einen Plan für eine neue Flottenstruktur ausgearbeitet: - vier Kampfflotten bestehend aus jeweils 4 Schlachtschiffen und 6 modernen Zerstörern (noch zu bauen),
- zunächst eine, später zwei Trägerkampfgruppen bestehend aus je 4 Flugzeugträgern, 3 schweren Kreuzern und 5 leichten Kreuzern,
- zwei Kreuzerflotten bestehend aus je 6 schweren und 8 leichten Kreuzern,
- vier bewaffnete Transportflotten für Truppenverlegungen und amphibische Operationen,
- diverse Zerstörergruppen für Patrouillen und zur U-Boot-Bekämpfung, bestehend aus jeweils 6 Zerstörern,
- einige U-Boot-Flotten bestehend aus Gruppen von jeweils 3 Flotillen.
Dies stellte ein großes Schiffbauprogramm dar: mindestens 24 Zerstörer, 21 leichte Kreuzer, ferner 3 schwere Kreuzer und 3 weitere Flugzeugträger. Das Programm sollte dennoch leicht durch den Kongress bewilligt werden. Die Industrie hatte Aufträge bitter nötig und außerdem war auch dem verbohrtesten Isolationisten klar, dass man eine starke Flotte zum Selbstschutz brauchte. Eine Landarmee war so nicht zu rechtfertigen, da es keine potentiellen Feinde in unmittelbarer Nachbarschaft gab - für die Flotte galt dies allerdings nicht. 21. Juni, Marinebasis, Norfolk, VirginiaWieder galt es die Indienststellung eines Schiffs zu feiern: Der schwere Kreuzer USS Quincy war fertig und wurde feierlich in die Flotte eingegliedert. 6. Juli, Kriegsministerium, Washington D.C.Erfreuliche Neuigkeiten flatterten auf Randalls Schreibtisch: Der Bericht aus der Forschungsabteilung. Es wurden auf vielen Gebieten entscheidende Fortschritte erreicht. Leichte Panzer, Schützenpanzerwagen, Panzerabwehr, Artillerie, Zerstörer, Ingenieurbrigaden. Auf den meisten Gebieten wurde die erfolgreiche Forschung weitergeführt. Bei den Zerstörern wurde noch auf einen entscheidenden Durchbruch gewartet. Wenn dieser erfolgte, sollten die Ergebnisse zusammengefasst, neue Baupläne erstellt und die ersten Aufträge an die Industrie herausgegeben werden. Für die nächsten Tage war außerdem angekündigt worden, dass die Artillerieeinheiten fertig ausgerüstet und ausgebildet sein würden. Sie sollten dann unverzüglich in die Truppe eingegliedert werden und die freigewordene Kapazität in der Industrie sollte für die Modernisierung der Ausrüstung nach neuestem Kenntnisstand genutzt werden. 8. Juli, Außenministerium, Washington D.C.Randall eilte von einer Sitzung zur nächsten. Sein Terminkalender platzte beinahe. Offenbar hatten die Sowjets für einigen diplomatischen Wirbel gesorgt. Aktuelle Meinungsumfragen zeigten, dass die kommunistische Partei in den USA mittlerweile bei 11% Stimmanteil lag, so viel wie noch nie:  Außerdem gab es beunruhigende Neuigkeiten aus Japan: Dort fühlte man sich offenbar von der Komintern magisch angezogen und näherte sich immer weiter den Sowjets an. Den Analysten des Ministeriums war dieses Verhalten ein Rätsel, denn Japan war ein Kaiserreich - das passte ideologisch nun überhaupt nicht mit der Diktatur des Proletariats zusammen!  Die wie immer wortkargen und sich bedeckt haltenden Vertreter des Geheimdienstes versprachen, sich mit diesen Angelegenheiten näher zu befassen. Außerdem drückte einer von ihnen Randall einen äußerst interessanten Bericht in die Hand, der die in- und ausländischen Spionageaktivitäten des ersten Halbjahres 1936 übersichtlich zusammenfasste: Insgesamt konnten 39 Spione in den USA enttarnt werden, davon alleine acht aus Deutschland und vier aus Italien. 20 der eigenen Spione im Ausland waren aufgeflogen. 1. August, Marineministerium, Washington D.C.Der Durchbruch bei der Zerstörerentwicklung wurde vor kurzem erreicht, die Ergebnisse sind vielversprechend. Die Admiralität gab somit der Newport News Shipbuilding den Auftrag für den Bau von 12 Zerstörern. Jeweils drei davon sollen parallel gebaut werden. In zwei Jahren sollen dann die Baupläne den neuesten Erkenntnissen angepasst und weitere 12 Zerstörer in Auftrag gegeben werden. 13. August, Kriegsministerium, Washington D.C.Eine vor kurzem vom Generalstab in Auftrag gegebene Studie hatte angeblich äußerst besorgende Ergebnisse zu Tage gefördert. Es gingen diverse Gerüchte um, genaueres wusste niemand. Randall eilte zu einer Krisensitzung und wurde dort aufgeklärt:  Im Falle der Mobilmachung würde die Anzahl der Reservisten bei weitem nicht ausreichen, um die Nationalgarde auf Sollstärke zu bringen. Daher muss die Aufstellung neuer Einheiten bis auf weiteres ausgesetzt werden und abgewartet werden, bis die Lage sich konsolidiert. Dies könnte beim derzeitigen Betrieb in den Rekrutierungsbüros durchaus bis zu drei Jahre dauern. In der derzeitigen politischen Situation ist an die Einführung einer Wehrpflicht nicht zu denken. 28. August, Außenministerium, Washington D.C.Dringlichkeitssitzung zum Thema Spanien:  Der Bürgerkrieg hatte sich für die Republik sehr beunruhigend entwickelt, die Nationalisten waren überall auf dem Vormarsch. Laut Geheimdienstberichten lag die Industriekapazität der Nationalisten bei 24 Einheiten, die der Republik noch bei 13. Die Unruhe im Volk der Republik betrug mittlerweile über 30%, während sie sich auf Seiten der Nationalisten bei ca. 20% eingependelt hatte. Das militärische Kräfteverhältnis lag bei ca. 2:1 für die Nationalisten. Ferner litt die Republik an extremer Ressourcenknappheit, insbesondere was Nachschub, Treibstoff und Geld anging. Sie hielt sich bis dato noch in Barcelona, Valencia und Cartagena, während die Nationalisten Madrid, La Coruña, Malaga, Bilbao und Sevilla erobern konnten. Nach Einschätzung der Analysten aus dem Ministerium war ein Sieg der Nationalisten nur noch eine Frage der Zeit. Randall stimmte diese Entwicklung sehr nachdenklich, verdunkelte dies doch den Himmel über Europa nur noch weiter. Jacob teilte diese Einschätzung. Wo sollte das alles noch hinführen? 11. September, Militärstützpunkt nahe Washington D.C.Randall war gemeinsam mit einigen Vertretern des Generalstabs bei allerbestem Spätsommerwetter zur feierlichen Indienststellung der ersten neuen Infanteriedivision angereist. Das Spektakel wollte er sich nicht entgehen lassen, war es doch zu großen Teilen sein Verdienst, dass die neue Truppe aufgestellt werden konnte. Dennoch war seine Laune nicht ungetrübt - die Entwicklungen in Europa, vor allem in Spanien, ließen ihm keine Ruhe. 3. Oktober, Kriegsministerium, Washington D.C.Trotz Wochenende saß Randall in seinem Büro und arbeitete einige Akten ab. Manchmal hasste er diesen Job, der zum größten Teil aus Büroarbeit bestand, ja schon. Aber heute ging es um erfreuliche Neuigkeiten: Die Projekte zur Entwicklung leichter Panzer machten kräftige Fortschritte - der endgültige Abschluss wurde für die nahe Zukunft erwartet. Außerdem war am selben Tag noch die zweite Infanteriedivision in Dienst gestellt worden. Allerdings war das Wetter diesmal längst nicht so blendend wie noch Anfang September und daher hatte Randall seine Teilnahme kurzfristig abgesagt. Ferner hatten die Flugzeuge für die beiden bald fertiggestellten Flugzeugträger erstmalig an einem Manöver teilgenommen. Die Fertigstellung der Träger wurde für November erwartet. Weniger erfreulich waren die Nachrichten aus der Innenpolitik: Die Kommunisten lagen in Umfragen mittlerweile bei 15%, der nationalsozialistische German-American Bund bei 7%. Dieses antidemokratische Pack hatte Randall ja nun gerade noch gefehlt. Angewidert warf er das Dossier in den Papierkorb. Auch aus Europa gab es schlechte Neuigkeiten: Vor vier Tagen hatte die Republik Spanien endgültig vor den Nationalisten kapituliert und auch die letzten von der Regierung kontrollierten Gebiete fielen an General Franco. 19. Oktober, Marineministerium, Washington D.C.In einer Sitzung redete Randall sich mit einigen Vertretern der Admiralität seit Stunden die Köpfe heiß: Es waren Durchbrüche bei der Entwicklung der leichten Kreuzer erzielt worden - sollte man jetzt beginnen, welche zu bauen? Die mittelfristigen Planungen sahen schließlich 21 Stück davon vor. Andererseits waren auch noch Dickschiffe zu bauen. Wenn man mit diesen zuerst anfing, konnte man die Kreuzer währenddessen noch weiterentwickeln. 11. November, Marineministerium, Washington D.C.Parallel waren in San Diego die USS Yorktown und in Norfolk die USS Enterprise feierlich in Dienst gestellt worden, die zwei neuen Flugzeugträger. Somit war der Anfang für die zweite Trägerkampfgruppe gemacht und auf einer Sitzung fiel die Entscheidung, 3 schwere und 5 leichte Kreuzer auf Kiel zu legen. Die Fertigstellung wurde für Oktober 1937 erwartet. Später sollte dann mit dem Bau dreier weiterer Flugzeugträger begonnen werden. 16. November, Forschungsabteilung, Kriegsministerium, Washington D.C.Randall war zu Gast bei einer Sitzung des Entscheidungsgremiums für Forschungsprojekte. In letzter Zeit gab es vielversprechende Entwicklungen in fast allen Bereichen und neue Forschungsziele für das kommende Jahr mussten definiert werden. Da die 58 Projekte, die Randall am Jahresanfang vorgeschlagen hatte sowie ihre Folgeprojekte noch nicht vollständig abgeschlossen waren, wurden nur wenige neue Projekte gestartet, vorwiegend im Bereich der Taktiken für den Landkampf. Die restlichen sechs Wochen bis zum Jahresende versprachen nicht sonderlich ereignisreich zu werden, lediglich der Abschluss der Forschungsprojekte für Schlachtschiffe und Bomberflugzeuge wurde erwartet. Dies war für Randall nicht von unmittelbarer Relevanz und so beschloss er, seinen Jahresurlaub am Stück zu nehmen und dem nasskalten Washingtoner Winterwetter nach Florida zu entfliehen.
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LUCCA1
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Betreff des Beitrags: Re: USA: Weltpolizei wider Willen Verfasst: 11.07.2010, 14:52 |
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| Generalmajor Fähigkeit 3 |
Registriert: 02.09.2009, 21:30 Beiträge: 195
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Sehr schöner AAR bis jetzt. Hoffe du schreibst bald weiter
_________________ Sei Deutschland bei eRepublik http://www.erepublik.com/
Der Krieg der alle Kriege beendete. Viktoria Deutschland 1914 AAR. viewtopic.php?f=71&t=21973&st=0&sk=t&sd=a beendet.
Manche meinen, sie seien liberal geworden, nur weil sie die Richtung ihrer Intoleranz geändert haben. Wieslaw Brudzinski Polnischer Satiriker „Die Wähler haben die FDP zu einer Größe aufgeblasen, die weder ihrer Kompetenz noch ihrem Personal entspricht.“
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